thoughts about dance – Freie Tanzszene München 1990 & 2022

30. Nov. 2022

Ein Kino Event des Tanzbüro München am 30.11 im Monopol Kino

Tickets: 10,50 / erm. 8,50

VVK: www.monopol-kino.de/de/mittdoks-delikatessen

 

 

PROGRAMM

  • Grußwort von Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (2. Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München)

  • Kinopremiere der BR-Dokumentation „Freie Szene: Tanztheater“ aus dem Magazin „Spielzeit. Das Theatertagebuch des Bayerischen Rundfunks“

  • Uraufführung des Films “7 thoughts about dance” mit Kurzportraits der Münchner Choreograf*innen Anna Konjetzky, Ceren Oran, Diego Tortelli, Jasmine Ellis, Micha Purucker, Moritz Ostruschnjak und Stephan Herwig

 

 

DIE VERANSTALTUNG

 

„Die Freie Münchner Tanzszene ist vielfältig, arbeitet auf hohem künstlerischen Niveau und verfügt über individuelle Handschriften. Und so haben in den letzten Jahren ihre Akteur:innen vermehrt überregionale und internationale Aufmerksamkeit erfahren. Wir sind vom enormen Potential des zeitgenössischen Tanzes aus München überzeugt und möchten dazu beitragen, diese Kunstform und das große Potential ihrer Protagonist:innen auf die Bühne der Stadtgesellschaft zu heben.

(die Initiatorinnen Tina Meß und Simone Schulte-Aladag, Tanzbüro München)

 

Sneak into Munich’s Contemporary Dance Scene: Am 30. November präsentiert sich die Freie Tanzszene Münchens in zwei Filmen auf der Kinoleinwand. Initiiert vom TANZBÜRO MÜNCHEN entstanden dieses Jahr unter dem Titel „7 thoughts about dance“ sieben filmische Kurzportraits aktueller Münchner Choreograf*innen, die nun erstmals auf der Kinoleinwand gezeigt werden und einen Einblick in die Lebendigkeit, Diversität und hohe ästhetische Qualität der Freien Münchner Tanzszene gewähren (in englischer Sprache). Der Blick aufs Jetzt wird ergänzt durch einen Dokumentarfilm des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 1990, der damalige Akteur:innen des zeitgenössischen Tanzes, ihre Arbeitsweisen und auch das kulturpolitische Umfeld beleuchtet (in deutscher Sprache).

 

Eröffnet wird das Event von der 2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden, die auf das Verhältnis von Stadt und Tanz, Freier Szene und Kulturpolitik eingeht. Im Anschluss an die Filmaufführungen sprechen wir bei einem Glas Prosecco mit den Akteur:innen der Freien Tanzszene von 1990 und 2022. Es besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und die Freie Tanzszene und ihre Protagonist*innen besser – oder zum ersten Mal – kennen zu lernen.

 

 

DIE FILME


7 thoughts about dance (2022)

 „7 thoughts about dance“ gibt der Vielfalt der Münchner Freien Tanzszene ein Gesicht bzw. sieben Gesichter. Im Film sprechen die Choreograf*innen Anna Konjetzky, Ceren Oran, Diego Tortelli, Jasmine Ellis, Micha Purucker, Moritz Ostruschnjak und Stephan Herwig über ihre Arbeitsmethoden und choreografischen Denkweisen. Zu sehen sind auch kurze Ausschnitten aus ihren Produktionen. Bei den Portraitierten handelt es sich um Tanzschaffende unterschiedlicher Generationen und Provenienz, die alle über eine unverwechselbare ästhetische Handschrift verfügen: Der seit den 1980er Jahren aktive „Grandseigneur“ der Szene Micha Purucker, die seit mehr als zwei Jahrzehnten international tourende, queer-feministische Anna Konjetzky, der puristische, ursprünglich aus der Purucker-Compagnie kommende Stephan Herwig, die Film- und Bühnenchoreografin Jasmine Ellis mit Vorliebe für Spartenübergreifendes, der Mash-up-Spezialist mit TikTok-Dramaturgie Moritz Ostruschnjak, die gleichermaßen für junges und erwachsenes Publikum produzierende Ceren Oran mit Vorliebe für den öffentlichen Raum und der mit Technologie und wissenschaftlichen Theorien spielende Diego Tortelli, der Körper in TETRIS-Manier komponiert.

 

Konzipiert und realisiert wurde der Film von der Creative Producerin Miria Wurm, die Interviews mit den Choreograf:innen führte der Choreograf Terry Kohler. Mit der Filmemacherin Anne Gryczka von Rue Nouvelle/Paris und ihrer Schwester Marie (Fotografie, Regieassistenz) konnten kongeniale Mitstreiterinnen gefunden werden. "Bei der Erarbeitung der Künstlerportraits war mir der wortwörtliche Portraitgedanke am wichtigsten, also den Kopf, die Person hinter der Kunst zu zeigen. Zum einen finde ich ein Beleuchten des Hintergrunds immer extrem spannend, da es den Prozess und die Gedanken hinter den Stücken zeigt, die ja eigentlich nur eine Momentaufnahme und einen Ist-Stand vor Publikum zu einer gewissen Auseinandersetzung an Zeitpunkt X zeigen. Zum anderen denke ich, dass wir immer die Person hinter der Kunst suchen, da es diese ist, mit der wir in Austausch gehen wollen – die Kunst dient nur als Interface." (Miria Wurm)

 

 

Freie Szene: Tanztheater

Aus: Spielzeit. Das Theatertagebuch des Bayerischen Rundfunks (1990)

 

Die BR-Dokumentation der Autor:innen Katja Ragnelli und Konrad Wickler aus den 1990er Jahren porträtiert in Interviews, Proben- und Aufführungsausschnitten damalige Protagonist*innen und Initiativen der Freien Tanzszene, die diese bis heute auf vielfältige Weise bestimmen. So ist – gewissermaßen als Klammer zum Film von 2022 – der junge Micha Purucker bei den Proben zu seiner damaligen Produktion „Darwin Waltzes“ zu sehen. Die Grande Dame des zeitgenössischen Tanzes Jessica Iwanson, die die bis heute in München bestehende Tanzschule Iwanson International begründete sowie Birgitta Trommler, die heute u.a. in ihrem Festival HIER=JETZT den Münchner Tanznachwuchs fördert, lassen sich bei Aufführungen über die Schulter schauen. Urban-Pop Queen Angelika Meindl, die sich in den letzten Jahren auf Tanz und mixed reality fokussiert hat, spricht über ihr Werk „Paralellwelt“, der damalige Chef des Balletts des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Günther Pick, unternimmt einen ‚Ausbruch‘ in die Freie Szene und die ehemalige Prima Ballerina am Bayerischen Staatsballett, Eva Marie Lerchenberg choreografiert „Die Orestie“. Zu Wort kommen auch Brigitte von Welser, damals im Kulturreferat tätig und danach 18 Jahre lang Chefin des Gasteigs und Walter Heun, der damalige Geschäftsführer des bis heute bestehenden Choreografenvereins Tanztendenz München und heute Leiter der jährlich stattfindenden TANZWERKSTATT EUROPA. Die Verbindungen des Einst zum Jetzt sind also ebenso vielfältig, kreativ und spannend wie ihre Protagonist*innen.

 

 

DIE INITIATORINNEN / TANZBÜRO MÜNCHEN

 

Initiiert wurden der Film und die darauf aufbauende Kampagne „7 thoughts about dance“ vom TANZBÜRO MÜNCHEN, alias den Produzentinnen und Kuratorinnen Tina Meß und Simone Schulte-Aladag. Für sie steht die Sichtbarkeit der Münchner Tanzszene ganz oben auf der Agenda:

„Es gab in München noch nie eine Marketingaktion für den zeitgenössischen Tanz und die freien Tanzschaffenden. Wir möchten den Tanz und die Akteur*innen in unsere Stadt sichtbarer machen und die Potenziale der Kunstform für ein diverses, sich veränderndes Publikum zeigen.“

 

Um bei Publikum und Kulturpolitik das Bewusstsein für den zeitgenössischen Tanz und seine Macher*innen zu schärfen, realisiert das TANZBÜRO MÜNCHEN seit August 2022 eine breit angelegte Marketingkampagne: via Social Media, die Präsenz auf der Internationalen Tanzmesse Düsseldorf und die Präsentation eines extra für die Kampagne produzierten Trailers im öffentlichen Nahverkehr wird die Freie Münchner Tanzszene einem breiten Publikum präsentiert. Gezeigt wird die vielen vielleicht noch unbekannte Vielfalt und Qualität dieser Kunstform in München. Höhepunkt und Feier der Kampagne ist nun das Kinoevent „thoughts about dance“, das zum Kennenlernen und Austausch anregen soll.

 

Das Projekt wird unterstützt durch BUERO RITTER / TANZPAKT RECONNECT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULUTUR. Hilfsprogramm Tanz.

TANZBÜRO MÜNCHEN wird gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.